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Den Kopf in den Sternen

Beim Angebot "Nacht der Sterne" - das ein leckeres Nachtessen beinhaltet - habe ich einen spannenden Einblick in die Grundlagen der Astronomie erhalten. 25-09-2019
Den Kopf in den Sternen-46001

Der Abend beginnt um 18:30 Uhr mit einem Apéro im Restaurant Les Bisses in Planchouet. Wir sind eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von zwanzig Personen: Drei Generationen einer Familie (Grosspapa, Papa und die achtjährige Tochter), drei Paare in den Dreissigern, eine Gruppe Jugendlicher und zwei Freundinnen um die Fünfzig.

Jos, vom Verein Astro Events, beginnt mit seiner einstündigen Einführung in die Theorie. Ein 60-minütiger Vortrag über Astronomie an einem Freitagabend nach einer langen Arbeitswoche? Zugegeben, die Vorstellung daran haut mich nicht gerade vom Hocker.

Ich habe aber die Rechnung ohne Jos gemacht, dessen Begeisterung geradezu ansteckend ist: Er reisst Witze, verwendet Bilder und zieht Vergleiche, zeigt uns ein Modell mit den Planeten und Planetenbahnen, bezieht uns direkt mit ein und stösst Diskussionen an.

Wie lässt sich mit blossem Auge ein Planet von einem Stern unterscheiden? Angenommen die Sonne hätte einen Meter Durchmesser und würde sich in diesem Raum befinde: Wie weit erstreckt sich dann unser Sonnensystem? Weshalb leuchten die Sterne unterschiedlich hell? Diese und viele andere Themen greift Jos mit einfach verständlichen Erklärungen auf.

Er passt seine Präsentation jeweils darauf an, was man am Nachthimmel sieht. Er erklärt die Objekte, die wir im Anschluss an die Einführung draussen beobachten können. Er ermutigt uns dazu, Fragen zu stellen und schon bald ist eine spannende Diskussion über bodenständige, metaphysische und gar philosophische Themen im Gange. Jos hat auf alles eine Antwort und ist nicht nur Meister seines Fachs, sondern kann dies auch für alle verständlich rüberbringen.

Währenddessen arbeitet das Küchenteam des Restaurants auf Hochtouren und überrascht uns mit leckeren Frühlingsrollen mit Reblochon und Nüssen auf einem Salatbett zur Vorspeise. Als Hauptspeise erwartet uns ein Poulet jaune an einer Rahmsauce, ein Gemüsebouquet und Rosmarin-Kartoffel-Spiesse. Zum Abschluss geniessen wir ein feines Panna Cotta mit Beerencoulis. Das Restaurant Les Bisses ist für seine regionalen Menüs bekannt, die ebenso grosszügig wie raffiniert sind und je nach Saison wechseln. Die Bedienung ist flink und die Teller fallen üppig aus. Wir lassen es uns schmecken und überbrücken so die Zeit, bis es draussen richtig dunkel ist.

Nun gehen wir nach draussen, um den Himmel zu beobachten. Auf dem dunklen Parkplatz wurden zwei professionelle Teleskope installiert. Dass die Beobachtung auf Planchouet stattfindet, hat einen einfachen Grund: Auf Planchouet gibt es praktisch keine Lichtverschmutzung. Auch das Datum wurde bewusst gewählt. Als jemand enttäuscht bemerkt, der Mond sei ja gar nicht zu sehen, antwortet Jos, das sei explizit gewollt. Der helle Mond überstrahle nämlich alle anderen Himmelsobjekte.

Nun folgt ein Versteckspiel mit den Wolken. Zu Beginn ist der Himmel noch verdeckt und gibt die Sicht nur Stück für Stück frei. Jos führt die Teleskope nach und meint dazu: «Der Himmel gestaltet das Programm heute Abend.»

Zu Beginn sehe ich nicht gerade viel, doch dann gewöhnen sich meine Augen langsam an die Dunkelheit. Ich befolge Jos’ Ratschläge: Ich verwende mein peripheres Sehen, indem ich mein Auge rund um den Sucher kreisen lassen und schliesse die Augen, um nicht von den vorbeifahrenden Autos geblendet zu werden (das Auge braucht 30 Minuten, um sich davon zu erholen).

Kleine Besonderheit dieser Teleskope: Das Stativ ist mit einem Motor versehen, der das Teleskop automatisch nachführt, also die Erdrotation ausgleicht. Andernfalls würde das beobachtete Objekt rasch aus dem Bildfeld verschwinden.

Nachdem jeder einen ausführlichen Blick durch die Instrumente geworfen hat, richtet sie Jos auf neue Objekte. Dank Jos’ Hilfe ist es ein Leichtes, die verschiedenen Sternhaufen, Galaxien und Sternbilder zu erkennen, die er uns mit dem Laserpointer zeigt. Und plötzlich scheint der Himmel über uns gar nicht mehr so weit weg.

Informationen und Anmeldung

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